Krank durch giftige Dämpfe

Durch meine Lungenärztin habe ich Ihre Selbsthilfebroschüre erhalten. Ich bin selbst seit Jahren durch einen Arbeitsunfall schwer erkrankt und bei mir liegt der Verdacht einer VCD vor. Der Arbeitsunfall liegt jetzt 13 Jahre zurück. Er trug sich in einer Werkstatt für Behinderte zu, in der ich als Sonderpädagogin arbeite.

Mehrmals kam ich dort mit Incidin Perfect ( einer zu 70% formaldehyd-lösigen Chemikalie) in Form von Dämpfen in Berührung. Ich bekam daraufhin Blutungen in der Nase und im Kehlkopf. Man attestierte mir in der Folgezeit einen Arbeitsunfall und erkannte eine chronische Bronchitis und eine Atemwegserkrankung an. Mein Zustand verschlimmerte sich zusehens.

In den darauffolgeneden Jahren wurden mehrere Gutachten erstellt. Man attestierte mir jedoch keine Minderung der Erwerbtätigkeit, da ich eine gute Lungenfunktion habe. Die Probleme im Kehkopfbereich ließ man jedoch völlig ausser Acht.

Auf die VCD wurde ich das erste Mal im jahr 2001 aufmerksam. Damals war ich zur Untersuchung und Reha im Klinikum Berchtesgadener Land. Der behandelnde Arzt erwähnte, dass der Verdacht einer VCD bei mir bestünde. Dies tat er jedoch recht zurückhaltend und vorsichtig.

Bei mir wurde eine Laryngoskopie durchgeführt. Der Verdacht einer VCD konnte nicht erhärtet werden, da sich bei der Provokation die Stimmbänder nicht verschlossen. Man bestätigte mir jedoch, dass die geschilderten Symptome zu einer VCD passen und der Verdacht auf einen Verschluß der oberen Atemwege, trotz negativem Untersuchungergebnisses, aufrecht erhalten werden kann.

Die VCD scheint eine bislang noch unbekannte Krankheit zu sein - auch in juristischer Hinsicht.

Ich befinde mich derzeit in einer hilflosen Lage. Meine Arbeit ist für mich physisch und psychisch sehr anstrengend. (Ich muß alleine 19 Behinderte Werkstattmitglieder betreuen). Mein Kehlkopf schmerzt und scheint sich von selbst zu schließen. Zudem habe ich Schmerzen in den Atemwegen. An Tagen an denen ich krankheitsbedingt fehle, unterstellt man mir auf der Arbeit ich würde simulieren, da in Anlehnung an die Gutachten, meine Lungenfunktion stabil ist.

Bei meinem letzten Gutachten, dessen Kosten ich selbst tragen mußte, sagte man mir, dass meine Stimmbänder zwar zugingen, dies jedoch kein Beleg für eine körperliche Schwäche sei. Für mich ist in diesem Zusammnenhang von Bedeutung, ob die VCD bislang in ärztlichen Gutachten als Grund für eine Minderung der Erwerbsfähigkeit erwähnt wurde bzw. ob dies ein Grund sein kann für eine solche. Ich kämpfe nun schon seit Jahren für die Anerkennung meiner Erkrankung, da meine Leistungfähigkeit dadurch sehr eingeschränkt ist. Durch meine krankheitsbedingten Fehlzeiten, bin ich zunehmend dem Mobbing ausgesetzt. Man sieht mich als Simulantin an.

Bislang wurde mir trotz zahlreicher Untersuchungen und Gutachten keine adäquate Hilfe entgegengebracht.